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Las Vegas und die schauspielernden Krisenakteure

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Ursache und Wirkung eines AK-47 Geschosses am Beispiel eines Betonziegels. Siehe Doku.

Wer sich mit den zahlreichen „Terror“- und „Amok“-Events der letzten Jahre in Europa und den USA näher auseinandergesetzt hat – und ein wenig Englisch versteht – stolpert immer über eine Sache: TV-Interviews mit Krisenakteuren.

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Merkwürdigkeiten in Nizza, 14. Juli 2016: Wenn Katastrophenmedizin zum Kasperltheater herabgespielt wird

Hören Sie sich das Interview mit Antoine Chauvel, einem in Nizza lebenden Fotografen in aller Ruhe an. Sehen Sie sich seine Aufnahmen an. Die Bilder entstanden, laut seiner Aussage, nach 23 Uhr. Es vergingen (drei) Stunden, bis die Rettungskräfte eintrafen bzw. tätig wurden und die Toten hätte man deshalb mit Tischtüchern der umliegenden Restaurants zugedeckt. Sagt Antoine Chauvel. Über seine große Nervosität wollen wir jetzt mal nicht befinden, aber warum man gerade ihn als Augenzeuge des Events ausgesucht hat, ist mir ein Rätsel, da er ja zu Hause war, als der LKW, wie es offiziell so schönschrecklich heißt, durch die Menge pflügte. Ja, nobody understands it. Wie dem auch sei. Kommen wir zum wesentlichen Punkt.

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Über den Verlust der Schönheit und die seelische Abstumpfung

Hillman_youtube

Bevor heute Abend die Europameisterschaft in die Endphase geht, noch schnell ein paar Zeilen über die Gedanken des US-Psychologen James Hillman (1926-2011). Auf youtube können Sie eine Vielzahl an Vorträgen, Interviews und Gespräche abrufen. Sie werden erstaunt sein, was Sie da zu hören bekommen.

Für Hillman war der Mensch in erster Linie ein politisches Lebewesen – Aristoteles prägte seinerzeit den Begriff Zoon politikon. Mit anderen Worten, der Mensch ist aktiver Teil der Gemeinschaft, hat Anteil an den äußeren Umständen und – dies ist der springende Punkt – leidet an der gesellschaftlichen Dysfunktion. Die Psychotherapie, so Hillman, würde sich nur auf die innere Befindlichkeit des Patienten konzentrieren und dabei äußere Zustände außer Acht lassen. Hilmann wollte den Menschen aus seiner Realitätsverweigerung aufrütteln, ihn von der seelischen Abstumpfung (psychic numbing) befreien und ihn empfindlicher gegenüber Dysfunktionen machen.

Sehen Sie, würden wir ein politisches Lebewesen sein, das ein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden hätte, würden wir beispielsweise all die Architekten, Städteplaner, Geldgeber und Eigentümer (genauso eine Vielzahl moderner Künstler) mit nassen Fetzen aus ihren Villen in die Gosse prügeln. Sehen Sie sich um. Nichtssagende Mietshäuser reihen sich an seelenlose Bürotürme. Schauen Sie sich den Sozialbau der 1920er und 1930er Jahre an und vergleichen Sie sie mit jenen der 1950er bis heute. Der kalte Ekelschauder läuft einem dabei den Rücken hinunter. Und keiner, der auch nur mit der Schulter zuckt. Weil Funktion vor Schönheit und Ästhetik gestellt wurde und wird. Aber darf man sich dann wundern, wenn wir keine freien Menschen, sondern nur noch funktionierende Lebenserhalter haben, die sich mit allerlei künstlichen Mitteln der unschönen und unästhetischen Welt zu entziehen versuchen? Warum blicken all die Leutchen auf ihre Smartphones und flüchten in virtuelle Welten, wenn sie unterwegs sind? Weil sie nicht sehen wollen, wie hässlich die Stadt um sie herum geworden ist. Instinktiv spüren sie, dass die Außenwelt aus den Fugen geraten ist – aber da wir uns nicht mehr als politisches Lebewesen verstehen, welches Einfluss nehmen und so das Fehlerhafte korrigieren kann, stecken wir unsere Köpfe in den Sand.

Die Demokratie hat uns ironischerweise weniger politisch gemacht, weil sich der Bürger zum Wähler degradieren hat lassen und der Zusammenhalt der Gemeinschaft durch die Ich-Bezogenheit aufgeweicht wurde und wird. All diese gesellschaftlichen und weltlichen und politischen Auswüchse beeinflussen unsere Psyche und machen uns krank. Aber je mehr wir unser Hauptaugenmerk nach innen richten – im Glauben, auf diese Weise zu gesunden -, um so mehr vernachlässigen wir die politische Welt, die uns krank macht (›The more we internalise, the more we neglect the political world‹)

More to come!

 

 

 

Über einen Flächenbrand auf dem blauen Sofa, FFM12

Freitag Morgen ist es auf der Messe einigermaßen angenehm, das Flirren der Besucher hat sich noch nicht ins Extreme gesteigert. Da sah es gestern schon ganz anders aus. Apropos Gestern. Am blauen Sofa wurde über die Befindlichkeit zwischen Iran und Israel befunden. Ich möchte in Wien noch im Detail darauf eingehen, deshalb notiere ich mir nur eine Hand voll Sätze, die ich aus dem Gedächtnis zitiere. Später werde ich sie, soweit möglich, richtig stellen oder verifizieren. Eventuell könnte man das Interview im Web oder im TV sehen. Eventuell.

Der iranische Autor im Exil, Bahman Nirumand, ein Dissident des gegenwärtigen Regimes/der gegenwärtigen Regierung, sprach Tacheles (pun intented) und hielt sich nicht mit Kritik zurück.

„Die Medienberichte über Israel und Iran sind falsch!“
„Israel hat 250 Atomsprengköpfe.“
„Was Israel in Palästina macht, ist nicht human.“
„Die damalige iranische Regierung unter Präsident Mussadegh, demokratisch gewählt, wurde durch einen CIA-Putsch gestürzt.“

Er kritisierte das „iranische Regime“ harsch, ließ aber auch kein gutes Haar an der israelischen Politik. In gut 30 Minuten hörte man endlich einmal jene Informationen, die einen sonst im Mainstream vorenthalten werden. Leider bremste auch Nirumand auf halber Strecke, aber seine Aussagen sind wohl das Höchste der Wahrheit, die man im Mainstream noch erreichen kann. Natürlich versuchte der Interviewer durch bestimmte Fragen Einfluss auf das Gespräch zu nehmen und eine übliche Tendenz herzustellen. Sollte ich ein Transkript oder eine Aufzeichnung des Interviews finden, werde ich das Gespräch Stück für Stück auseinander nehmen um aufzuzeigen, wie Mainstream funktioniert. Aus dem Stegreif solch ein brisantes Thema abzuhandeln ist nicht zu empfehlen.

Auf dem Schweizer Gemeinschaftsstand fragte ich nach dem eidgenössischen Professor Ganser und ob vielleicht sein neues Buch ausgestellt sei. Ein verschmitztes Lächeln konnte die Dame nicht unterdrücken, als sie meinte „Das werden sie hier nicht finden.“

Dafür in Halle 8.0 auf das Buch Addicted to Profit aufmerksam geworden. Gegen Ende des Messetags, als es bereits hoch her ging (ja, die Iren und Schotten wissen zu feiern) und ich das Buch gerade durchblätterte, hörte ich die süffisant-ironische Meldung, ob wir nicht alle „addicted to profit“ wären und dass wir deshalb ja hier wären. Darauf fragte ich, ob er das gut fände. Er antwortete mit einem kurzen Nein, dann ging er mit seinem Bierglas davon. Vielleicht treffe ich ihn ja heute beim Stand. Dazupassend natürlich Joseph Stiglitz, der heute ebenfalls am blauen Sofa Platz nehmen und über den „Preis der Ungleichheit“ sprechen wird. Und über die Occupy-Bewegung hört man am Vormittag auch nocht etwas. Hm. Hier im Herzen der Finanz- und Bankenwelt? Das sollte einen bereits ein wenig nachdenklich stimmen,nicht?.

Ein Interview hat er gegeben

Albertus Knorrus, Schriftstellerkollege aus Wien, hat mich vermittelt (warum kommt mir jetzt der Qualtinger in den Sinn?). Jana Trautmann, von leser-welt.de, bat mich zum Interview. Wie hätte ich dieser Verlockung widerstehen können? Ein Pfauenrad hab ich, glaube ich, nicht geschlagen. Bitte sehr:

Probelesung im Prückel von Laurent Ziegler

Hallo Herr Breuer. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Sie haben ein Jahrzehnt in verschiedenen Banken gearbeitet, anschließend haben Sie Software entwickelt. Wie kam es dazu, dass Sie 2002 begannen, Ihren ersten Roman zu schreiben?

Ich wollte immer schon schreiben. Habe es auch in meiner Jugend getan. Aber der Funke für ein längeres Schreibprojekt wollte nicht überspringen. Zumeist war nach wenigen Seiten Schluss. Der lange Atem fehlte. Also kritzelte ich mein Tagebuch voll. Jahr für Jahr. Dann, eines Tages, machte mich eine damalige gute Freundin auf ein Buch aufmerksam. Es war Alessandro Bariccos „Seide“. Ich saß auf einer Parkbank in Wien, als ich zum ersten Mal hineinlas. Und ich war sofort fasziniert, überwältigt. Weil ich bis dato nichts Vergleichbares gelesen hatte. Dieser lyrisch märchenhafte, aber zugleich reduziert knappe Stil gefiel mir so sehr, dass ich mir dachte, das könnte ich auch. Und so kam eines zum anderen und ich zu „Azadeh“, meinem ersten Buch/Manuskript, mit dem alles seinen Anfang nahm.

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Richard K. Breuer goes OKTO-TV!

Jetzt bin ich doch tatsächlich im Fernsehen zu bewundern.
[man beachte meine famosen Rechenkünste!]

OKTO-TV

Ausschnitt der Sendung auf youtube

SENDUNG:
WIE GEHT DAS?
„Nie verlegene Verleger“
von
Peter Bosch

SENDE-TERMINE:

Fr 30.5. – 17:15
Sa 31.5. – 15:15
So 1.6. – 13:15
Mo 2.6. – 15:15
Di 3.6. – 13:15
Mi 4.6. – 11:15