richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Die Qual der Bundespräsidentenwahl, anno 2016

Faust2_Knechte

Vielleicht haben Sie ja den Artikel im orf.at über das internationale Interesse an der heutigen Bundespräsidentenwahl gelesen, jedenfalls zitiert der Schreiber aus den ›gewichtigsten‹ ausländischen Magazinen und Tageszeitungen. Wahrlich, die Auslandspresse schert sich nur dann für unser beschauliches Ländchen, wenn zu befürchten ist, dass am Ballhausplatz die Hakenkreuzfahne ein weiteres Mal ausgerollt und der Hofburg-Balkon seinem (neuen) Namen alle (Un)Ehre machen wird.

Neben der New York Times und dem Spiegel wird auch aus dem ‚US-Polit-Magazin‘ Foreign Affairs zitiert. In jenem Magazin schrieb der Gründer, Harvard-Professor Samuel P. Huntington*, im Jahr 1993 den berühmt gewordenen Aufsatz ‚The Clash of Civilizations? The next pattern of conflict‚ – in einer Zeit, als es weder ISIS noch Migrationswellen gab. Könnte man hier am Ende von einer prophetischen Vision des US-Professors sprechen? Oder war es nur die erste Andeutung einer gemachten Zukunft, die längst in der Schublade des Establishments lag? Der gute Huntington, das sollte man wissen, war mit Studienkollege Zbigniew Brzezinski und Henry Kissinger gut befreundet. Ich hoffe, Sie wissen über die beiden Herren der ehrenwerten Gesellschaft Bescheid. Brzezinski ist es nämlich zu verdanken, dass Washington mit Hilfe eines Osama bin Ladens gewaltbereite muslimische Gotteskrieger (lies: Söldner) nach Afghanistan der 1970er Jahre schleusen konnte, deren Aufgabe es war, Terror im Namen ihres Gottes (Geld) zu machen und so der UdSSR ans geopolitische Bein zu pinkeln. Dass diese gut ausgebildeten muslimischen Gotteskrieger (lies: Söldner) in späterer Folge immer wieder in intakten säkularen Staaten auftauchen – sei es in Serbien, sei es in Libyen, sei es in Syrien – und diese bekämpfen, scheint die ›prophetische Gabe‹ respektive Andeutung einer gemachten Zukunft von Prof. Huntington zu bestätigen.

Zurück nach Österreich und der anstehenden Bundespräsidentenwahl. Das oben erwähnte Magazin fürchtet, dass die Neue Rechte Europa überschwemmen könne: ›Die Freedom Party ist kein Sonderfall mehr, sondern nur eine von Dutzenden islamophoben und zuwandererfeindlichen Parteien zwischen Griechenland und Finnland, die den liberalen Konsens Europas kippen lassen.‹ [Übersetzung: orf.at]

Wenn Sie mich fragen, ist es nun mal so, dass zu einem Kampf (Clash) zwei streitende Parteien gehören. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die politischen Erben von Huntington & Co nun Phase Zwei einläuten und die christliche Welt nach rechts rücken lassen. Falls Sie jetzt noch immer meinen Norbert Hofer und die Freedom Party (oder FN und Marine Le Pen) seien das Problem und Alexander van der Bellen (oder François Hollande) die Rettung, dann kann ich Ihnen auch nicht mehr helfen.

*) Die Familie Huntington gehörte in den 1930er Jahren laut Untersuchung von Ferdinand Lundberg zu den 60 (einfluss)reichsten Familien in den USA.

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