richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Kritische Gedanken zu den Panama Papers von Prof. Craig Murray

CraigMurray

Am 3. April 2016 publizierte der britische Professor und ehemalige Botschafter in Usbekistan Craig Murray seine kritischen Gedanken zu den Panama Papers. Der Artikel Corporate Media Gatekeepers Protect Western 1% From Panama Leak wurde von mir mit freundlicher Genehmigung aus dem Englischen übersetzt.

Die Mainstream-Medien schützen die Reichsten der Reichen
in Europa und den USA vor dem Panama Datenleck

Wer auch immer die Mossack Fonseca Papiere geleakt hat, dürfte dies in der ehrlichen Absicht getan haben, ein System aufzudecken, in dem es für die Superreichen möglich ist, ihre immensen Vermögen, die sie oftmals durch Korruption angehäuft hatten, vor den Finanzbehörden zu verbergen. Diese panamaischen Anwälte versteckten die Gelder einer nicht unbeträchtlichen Anzahl an Superreichen und die Enthüllung der geleakten Dokumente ist an sich eine wunderbare Sache.

Unglücklicherweise hatte der Enthüller den schwerwiegenden Fehler gemacht, sich an die westlichen Mainstream-Medien zu wenden, um die Daten zu veröffentlichen. Deshalb darf es einen nicht verwundern, wenn der erste große Enthüllungsbericht, der heute in der britischen Tageszeitung The Guardian erschienen ist, sich nur um Wladimir Putin und einem Steuer hinterziehenden Cellisten dreht. Nun, ich glaube dem Bericht und habe keine Zweifel, dass Putin korrupt ist.

Aber warum sich nur auf Russland konzentrieren? Das russische Vermögen ist nur ein Bruchteil der Werte, die mit Hilfe von Mossack Fonseca auf die Seite geschafft wurden. In der Tat wird es bald offensichtlich, dass etwas faul ist an der selektiven Auswahl der Steuerhinterzieher.

Die Süddeutsche Zeitung, die die Daten erhalten hat, erklärt im Detail die Methode, die die Mainstream-Medien anwenden, um die Datenberge durchzusehen. Die Hauptsuche, die sie bis jetzt durchgeführt haben, hat sich auf Namen beschränkt, die in Zusammenhang mit Sanktionen der UN stehen. The Guardian bestätigt es ebenfalls und führt hilfreicherweise auch gleich eine Liste dieser Länder auf, wie beispielsweise Zimbawe, Nordkorea, Russland und Syrien. Dieses Filtern der Mossack Fonseca Information durch die Mainstream-Medien folgt somit der eingeschlagenen Agenda westlicher Regierungen. Bezeichnend, dass die wichtigsten Kunden – zahlreiche westliche Unternehmen und Milliardäre – in den Presse-Artikeln überhaupt keine einzige Erwähnung fanden. Und The Guardian beruhigt sogleich die Leserschaft, dass »die Mehrzahl des geleakten Materials nicht veröffentlicht werden wird«.

Aber was haben wir uns auch erwartet? Die Auswertung der Daten erfolgt durch die großspurige bezeichnete International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), das wiederum zur Gänze von dem in den USA beheimateten Center for Public Integrity finanziert und organisiert wird und unter dessen Gründer die folgenden Stiftungen zu finden sind:

Ford Foundation
Carnegie Endowment
Rockefeller Family Fund
W K Kellogg Foundation
Open Society Foundation (George Soros)

Erwarten Sie deshalb besser nicht eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem westlichen Kapitalismus. Die schmutzigen Geheimnisse der Großkonzerne aus Europa und den USA bleiben weiterhin unter Verschluss.

Erwarten Sie Aufdeckungen gegenüber Russland, Iran und Syrien, sowie ein paar kleine »ausgleichende« westliche Länder wie beispielsweise Island. Ein oder zwei überalterte britische Aristokrat werden geopfert – oder einer, der bereits dement ist.

Die Mainstream-Medien – The Guardian und die BBC in Großbritannien – haben exklusiven Zugriff auf die Datenbank, die weder Sie noch ich einsehen dürfen. Die Medienleute schützen sich sogar davor, über etwaige heikle Informationen westlicher Unternehmen zu stolpern, in dem sie sich nur solche Dokumente genauer ansehen, die durch eine genau festgelegte Suche – beispielsweise Länder, die unter UN Sanktionen stehen – herausgefiltert wurden. Sie sollten bei alledem niemals vergessen, dass es The Guardian war, der seine Kopie der Snowden Daten auf Anweisung des britischen Geheimdienstes MI6 vernichtete.

Stellen Sie sich vor, man würde in den Mossack Fonseca Daten nach den Eigentümer all der Medienkonzerne und ihrer Töchterfirmen, nach all den Redakteuren und alteingesessenen Journalisten suchen? Stellen Sie sich vor, man würde in den Mossack Fonseca Daten nach den ehrwürdigsten Leuten in der BBC suchen. Stellen Sie sich vor, man würde in den Mossack Fonseca Daten nach jedem einzelnen Center for Public Integrity – Förderer und dessen Unternehmen suchen.

Stellen Sie sich vor, man würde in den Mossack Fonseca Daten nach jedem Unternehmen suchen, das an einer westlichen Börse notiert, oder nach jedem westlichen Millionär, den man ausfindig machen konnte.

Das wäre alles viel interessanter. Ich weiß bereits, dass Russland und China korrupt sind, das muss man mir nicht sagen. Stellen Sie sich vor, die Auswertungen würden auf Dinge hinweisen, hier im Westen, die uns dazu brächten, dass wir uns auflehnten, die uns dazu brächten, endlich gegen Korruption und Steueroasen vorzugehen.

Wie wäre es also, wenn uns die Medien-Marionetten Einsicht in die Daten gewähren?

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