Wahre Lebensfreude in Zeiten des kollektiven Wahnsinns

Später einmal will ich mich an diese Tage erinnern. Als der blaue Himmel, mit Wolken befleckt, und die schüchterne Sonne uns begleiteten, auf einen Weg, der zu einem grünen See führte. Unberührt lag er vor uns. Eine Weile dachten wir nicht an die nahe und ferne Zukunft, sondern aßen unser Brot in der Freude dieser Gegenwart. Das gemeinschaftliche Leben ist der letzte Zufluchtsort in einer Welt, die dem kollektiven Wahnsinn anheimgefallen ist. Aber schon wird uns dieses freie Leben verboten werden. Aus Gründen, die spätere Generationen hoffentlich nicht mehr verstehen werden können.

Nennen wir es leben.

Stefan Zweig erlebte seinerzeit solch einen schmerzlichen Wechsel, solch einen Übergang von der goldenen Zeit in ein graues Gefängnis. Die Welt von Gestern, wie er sie später im Exil nannte, war für ihn nur noch eine Erinnerung, melancholisch eingefärbt und seufzend vertont. Über diesen Verlust ist er wohl nie hinweggekommen. Unfähig sich aus seinem dunklen Tal zu befreien und Hoffnung zu schöpfen, setzte er den Schlusspunkt seiner Geschichte, irgendwo in einem Häuschen in Brasilien.

In einer globalisierten Welt ist eine geographische Flucht nur eine kurzfristige Lösung. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn Menschen auf anderweitige Weise diesem kollektiven Wahnsinn zu entrinnen versuchen.

Wie lange mögen wir noch Zeit haben, bis unsere Welt eine gestrige wird?

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