richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

ebook vs. PDF auf dem kindle

update: spreeblick testet den Kindle in fünf Kapitel!

Die gute Miriam aka Krimimimi ist technikbegeistert und literaturinteressiert. Ich traf sie im März persönlich auf der Leizpiger Buchmesse, wo sie mir den Unterschied zwischen guter Bekanntschaft und gutem Geschäft klar machte. Nach einem iPad musste sie nun auch ein kindle Lesegerät haben. Ihre erste Nacht mit ihm, hat sie hübsch im LovelyBooks-Blog beschrieben und kann hier nachgelesen werden: link

Ich bat Miriam, mir zu sagen, wie gut oder schlecht man ein PDF auf dem kindle lesen kann. Nebenbei sei bemerkt, dass ich alle meine Bücher in den gängigen ebook-Formaten epub, mobipocket, kindle und PDF anbiete. Primär ist mir (und allen Verlagen) das PDF natürlich am liebsten. Warum? Weil es keine Mühen und Kosten verursacht, es entsteht generell aus dem Druckprozess. Und – auch nicht unwichtig – das Endresultat sieht überall gleich aus. Egal, ob man das PDF auf einem Laptop oder auf einem iPad öffnet. Die Schrift (so die Schriften eingebettet wurden) ist jene Schrift, die ich gewählt habe, nicht das System oder der Benutzer. Die Zeile und die Seite wird dort umgebrochen, wo sie auch im Buch umgebrochen wird. Dieser Vorteil geht natürlich auf die Lesbarkeit, wenn das PDF auf kleineren Display-Größen gelesen werden möchte – mit anderen Worten: PDF ist ein statisches Dokument und passt sich nicht an. Im Gegensatz zu den anderen ebook-Formaten wie epub oder mobipocket/kindle. Die Basis ist primär HTML und funktioniert nicht unähnlich, wie der Browser, der auch mit verschiedenen Display-Größen klar kommen muss. Der große Vorteil dieser Formate: die Dokumente/Bücher sind flexibel anpassbar und daher auf kleineren Displays besser lesbar. Der Nachteil ist natürlich, dass es hier nicht mehr um Typographie oder Buchgestaltung geht, der Designer hat (so gut wie) keine Möglichkeit mehr, das ebook zu gestalten. Jedenfalls ist die Herstellung recht aufwändig und zeitintensiv und man weiß nie, wie das ebook auf einem eReader aussieht (mittlerweile gibt es ja sehr viele – die meisten SmartPhones könnten bereits als eReader genutzt werden). Soviel mal von meiner Seite. Lesen wir nun, was Miriam zu sagen hat:

Jetzt also, wie versprochen ein paar Fotos, damit du dir vorstellen kannst, wo der Unterschied zwischen ebook im Format PDF und im Format kindle liegt. Ich kann es mit Bildern auch besser beschreiben. Schonmal vorab: Wenn man gute Augen hat, ist das PDF gut auf dem kindle zu lesen und auf den ersten Blick merkt man nicht mal den Unterschied. Aber wenn man versucht, das Erscheinungsbild zu verändern, dann gibt es beim PDF gravierende Einschränkungen!

Schau mal, die ersten 2 Fotos (#1 und #2) sind von einem ebook im Format kindle. Da gibt es einige Optionen das Schriftbild zu verändern, und wenn man diese auswählt, passt sich das Schriftbild automatisch an. Man liest  dann einfach weiter. Sehr praktisch.

kindle-Version Buch

#1 ebook kindle

#2 Schriftoptionen bei kindle ebook

Die nächsten 4 Bilder zeigen dein ebook Madeleine im PDF-Format.  Bild #3: Original Schriftbild, wie es auf meinem kindle erscheint. Die Schrift ist kleiner als bei dem anderen Buch. Aber ich kann es lesen. In der Schriftgröße passt der Zeilenumbruch, jeder Bildschirmausschnitt ist eine Seite, die ich einfach weiterblättern kann.
PDF auf kindle

#3 PDF auf kindle

Wenn ich das Schriftbild aber verändern will, sind einige Optionen nicht wählbar (nächstes Foto #4). Ich hab mal Schriftgröße 150% gewählt.

#4 Schriftoptionen für PDF auf kindle

Dann siehst du im nächsten Bild #5, dass ich auswählen muss, welchen Ausschnitt des PDFs ich vergrößern will.

#5 Ausschnitt eines PDF wählen, um Schrift zu vergrößern

Und im letzten Bild #6 siehst Du dann das Ergebnis. Der gewählte Ausschnitt ist jetzt auf die Display-Größe vergrößert. Wenn ich die Sätze zu Ende lesen will, muß ich immer nach rechts scrollen. Und dann nach dem Ausschnitt auch nach unten, bevor ich auf die nächste Seite blättern kann. Seeehr umständlich. Da würde ich eher aufs Lesen verzichten.

#6 vergrößerter Ausschnitt des PDFs




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14 Antworten zu “ebook vs. PDF auf dem kindle

  1. Pingback: Tweets that mention ebook vs. PDF auf dem kindle « richard k. breuer -- Topsy.com

  2. Aaa Montag, 13 September, 2010 um 11:18

    Drehen. Dann klappt’s auch mit der PDF.

  3. Heinrich Montag, 13 September, 2010 um 18:35

    Liebe Kindle-Fans,
    nur der Vollständigkeit halber, gibt es neben den vielen Alternativen im Oktober ein erwähnenswertes Gerät:
    http://www.netzwelt.de/news/84011_5-e-books-reader-buchshops-ueberblick.html

    Gruß Heinrich

    P.S. Wer noch ein altes Modell von Sony haben möchte (PRS300,505,600) sollte mal in eine Thaliabuchhandlung gehen, seit Sa. verschleudert Thalia diese Geräte ab 79,-

    • Richard K. Breuer Montag, 13 September, 2010 um 18:50

      Ja, der OYO dürfte sicherlich die Runde machen. Danke für den Link. Jetzt würde ich ja gerne mit meinen ebooks bei Thalia vertreten sein, aber irgendwie finde ich nicht den richtigen Ansprechpartner. Tja.

      Jetzt frage ich mich ja, ob der gute Heinrich einen eReader sein eigen nennt?

  4. Heinrich Dienstag, 14 September, 2010 um 4:27

    Hallo Richard,
    ja, ich habe heute bei Thalia noch einen Sony 505 http://amzn.to/bs5jxY bekommen. Da ich den für 40 (vierzig) Euro bekommen habe, hat es mich nicht gestört, dass es ein Vorführgerät war, zumal darauf auch einige E-Books gespeichert sind. 😉

    Sollte ich damit nicht zufrieden sein, überbrückt er die Zeit bis zum Oyo, Kindle oder XY bestimmt.

    Ich habe z.B. Ihre Bücher, die ich als PDF bekommen habe, ausgedruckt und gebunden. Da ich auch aus anderen Quellen jede Menge E-Books bekommen habe, muss aber langsam eine zweite Lösung her, entspannt lesen zu können. Mal schaun, ob mir das mit einem Reader gelingt?!

    Gruß Heinrich

    • Richard K. Breuer Dienstag, 14 September, 2010 um 7:56

      Na, das ist mal ein ordentlicher Deal. Um schlappe 40 Euronen einen eReader abzustauben. Vorführgerät hin oder her. Da Sie sich ja so intensiv meiner Bücher und Madeleine annehmen, werde ich Ihnen als Dankeschön alle Bücher auch als ebook zukommen lassen. Format epub. Damit liest es sich bequemer als mit einem PDF. Madeleine gibt es aber noch nicht im Format epub. Das kommt erst dann, wenn die Letztkorrektur abgeschlossen ist.

      Ich bitte dann auch um einen Erfahrungsbericht. Da Sie sich ja zur „älteren Generation“ zählen, wäre es höchst interessant, zu erfahren, wie es Ihnen mit einem eReader geht 🙂

  5. Heinrich Dienstag, 14 September, 2010 um 11:11

    Lieber Richard,
    die Bücher sind schon eingetroffen. Darüber freue ich mich riesig! Vielen Dank!
    Ich werde berichten – versprochen!

    Gruß Heinrich

    P.S. Ich würde mich aber auch freuen, wenn sich nun noch zügig neue Mitglieder im Club der 99 anmelden!
    Ich muss mal überlegen, ob ich für Mitglied Nr. 33 und 66 einen Sonderpreis aussetze. 😉

    • Richard K. Breuer Dienstag, 14 September, 2010 um 11:31

      Ein Sonderpreis? Das finde ich gut 🙂

      Du kannst auch finanzkräftige Sponsoren einladen – falls sich daraus etwas ergibt, dann haben wir wieder ein Web-Märchen mehr und die (unbedarften) Leutchen glauben, man muss nur einen Blog haben und schon fliegen einem die gebratenen Tauben in den Mund.

      Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass das Web für unbekannte Künstler sehr gut im qualitativen Bereich (z.B.: einen Lektor oder Illustrator oder Schauspieler finden) funktioniert, nicht aber im quantitativen (hunderte und tausende potenzielle Käufer ansprechen).

  6. Heinrich Dienstag, 14 September, 2010 um 11:36

    Nachtrag:
    Wer keinen Ebookreader hat, aber mal in ein epub oder anderes Ebook- Format reinschauen möchte, es gibt von Stanza ( http://www.lexcycle.com ) eine Betaversion für den Windowsdesktop http://www.lexcycle.com/download-windows
    Läuft mit Javaruntime (ich nehme für solche Experimente gerne PCs / Laptops, die keine direkte Internetverbindung haben, dann ist Java „ungefährlich“ 😉

    Gruß Heinrich

  7. Heinrich Dienstag, 14 September, 2010 um 18:18

    nicht aber im quantitativen (hunderte und tausende potenzielle Käufer ansprechen).
    Das denke ich auch, aber ein Versuch ist ja nicht strafbar. Man kennt ja noch viele Foren mit vielen Lesern. Ich befürchte aber immer, dass man sich mit Werbung auch unbeliebt machen kann. Wenn ich eine Idee habe, schreibe ich Sie Ihnen erst per Email.

  8. Krimimimi Mittwoch, 15 September, 2010 um 23:46

    @Aaa Danke für den Tip mit dem Drehen. Das macht die pdf’s wirklich lesbarer. Ich klicke lieber seitwärts zum Vorblättern, wo die Hand sowieso liegt anstatt oben oder unten, deshalb hab ich das nicht ausprobiert. Aber jetzt werd ich Richard’s Buch natürlich im Querformat lesen 🙂

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