Der Tod von Lady Diana und der sich seit 20 Jahren dumm stellende Journalismus

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In der Sonntagsbeilage zum Boulevardblatt Kronen Zeitung gab es vor Kurzem einen Artikel zum Tode von Lady Diana, die am 31. August 1997 in Paris mit ihrem damaligen Lebensgefährten Dodi Al-Fayed und dem Fahrer Henri Paul tödlich „verunfallte“. Einzig Leibwächter Trevor Rees-Jones überlebte die kurze Fahrt, die am 13. Pfeiler des Alma-Tunnels endete. Die Presseleute, immer bedacht und äußerst bemüht, nur ja keinen großen Wind über rätselhafte Ereignisse mit Todesfolgen zu machen, haben auch in diesem brisanten Fall alle Register gezogen, um den Deckel drauf zu halten. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten. Ich schätze, Skepsis klingt in den Ohren der Journalisten nach einer üblen Blutvergiftung.

Im Artikel der Krone heißt es gleich zu Beginn: »[Nach der Beisetzung von Lady Di] entstanden, wie immer, wenn Prominente früh sterben – siehe Marylin Monroe oder Elvis Presley – schnell zahlreiche Verschwörungstheorien, die bis heute ihre Anhänger haben.«

Damit ist die Richtung festgemacht: Wer die offizielle Version (Unfall) in Frage stellt, ist ein Verschwörungstheoretiker, also ein geistig verwirrter Strohkopf, dessen Ansichten und Gedanken einfach ignoriert werden dürfen. Oder will man mit einem Kerl diskutieren, der davon felsenfest überzeugt ist, dass Elvis noch lebt und Reptiloiden die Welt erobern wollen? Die Autorin – die übrigens ungeniert einen vier Jahre alten FOCUS-Artikel ausgeschlachtet hat –  hätte sich freilich schlau machen können, was es mit dem Begriff conspiracy theorist so auf sich hat.

Alles fängt Mitte der 1960er Jahre an, zu einer Zeit, als skeptische Leute die offizielle Version zum Tod von John F. Kennedy nicht akzeptieren wollten und auf eigene Faust zu ermitteln begannen. Dem US-Geheimdienst CIA und dem Establishment war das freilich ein Dorn im Auge, weshalb eine Gegenmaßnahme ersonnen wurde. Da die Behörden die gut recherchierten Analysen der investigativen Autoren faktisch nicht widerlegen konnten, ging man dazu über, diese Störenfriede zu diskreditieren. Schwupps wurden alle (medialen) Hebel in Bewegung gesetzt, um den Begriff Verschwörungstheoretiker unter das Volk zu bringen und negativ aufzuladen. Von nun an konnte und kann jeder Skeptiker gebrandmarkt und verächtlich gemacht werden. Ja, der aufgeklärte Bürger, der sich seines eigenen Verstandes bedient, hat der freien und unabhängigen Presse – die damals dank der Operation Mockingbird mit CIA-Leuten bzw. CIA-Assets durchsetzt war – viel zu verdanken. Vor allem den Alu-Hut. Ich bitte um Applaus.

Kurz und gut, die Autorin und all die anderen bezahlten Schreiberlinge der Medienkonzerne versuchen die (legitimen) offenen Fragen zum (vermeintlichen) Unfall entweder ins Lächerliche zu ziehen oder mit einfachen Antworten abzuwürgen. Dort wo das nicht funktioniert, wird die Frage mit einem Schulterzucken stehen gelassen: »Es gibt hier nichts zu sehen. Bitte gehen Sie weiter.«

So erwähnt der Artikel beispielsweise den handgeschriebenen Brief der damaligen Prinzessin Diana, die darin ihren (noch) Ehegatten Prinz Charles verdächtigt, einen Anschlag auf ihr Leben verüben zu wollen: »my husband is planning ‚an accident‘ in my car, brake failure and serious head injury« (»Mein Ehemann plant ‚einen Autounfall‘, Bremsversagen und lebensgefährliche Kopfverletzungen«“). Fälschlicherweise meint die Autorin, dass der Brief zehn Monate vor Dianas Tod geschrieben worden sein soll und deshalb die Bezeichnung „mein Ehemann“ keinen Sinn mache, da sie bereits geschieden gewesen wären. Tatsächlich war der Brief aber zehn Monate nach der Trennung von Prinz Charles, im Jahr 1993 und vor der offiziellen Scheidung im Jahr 1996 verfasst worden. Ob der Brief tatsächlich echt oder eine Fälschung ist, lässt sich nicht leicht feststellen, aber er dürfte der Obrigkeit gehörige Kopfzerbrechen bereitet haben, weshalb man ihn für drei Jahre verschwinden ließ (Behördenjargon: „versiegelte“). Dieses Vorgehen war zwar ungesetzlich, aber das bekümmerte damals wie heute freilich keine Journalistenseele. Genausowenig interessierte es die schreibende Zunft kein bisschen, dass die Polizei den Unfallort äußerst flott (be)reinigte. Habe ich erwähnt, dass der Mercedes als gestohlen gemeldet, aber von der Polizei gefunden und dem Hotel Ritz wieder zurückgegeben wurde? Die Sicherheitsgurt auf der Rücksitzbank funktionierte nicht, weshalb Lady Diana nicht angeschnallt war. Dem Unternehmen Mercedes wurde es von den Behörden untersagt, dass Unfallauto zu untersuchen.

Früher einmal, es mag schon eine halbe Ewigkeit her sein, dachte ich, sicherlich ein wenig naiv, dass das erste Gebot des Journalismus darin bestünde, objektiv an einen Sachverhalt heranzugehen und keine vorgefassten Meinung zu haben. Wenn es offene Fragen gibt, dann sollten Presseleute all die Antworten von Behörden und Politikern einfordern – dafür werden schließlich Beamte bezahlt und vom Volk bestellt. Doch davon ist damals wie heute niemals die Rede. Lapidar wird beispielsweise im Artikel angemerkt, dass Lady Diana von der NSA überwacht und abgehört wurde. Allerhand, nicht? Über den Inhalt der Überwachungsbänder gibt es freilich keine Auskunft. Aus Gründen der Staatssicherheit. Das Königliche (!) Gericht, das den Tod der Ex-Royal-Prinzessin untersuchte, dürfte die illegitime Überwachung jedenfalls nicht die Bohne interessiert haben. Und so kläffen die Chefredakteure und Ressortleiter wie tollwütige Hunde, wenn es um NSA und die totale Überwachung unschuldiger Bürger geht, aber wird es einmal gefährlich konkret, ziehen sie den Schwanz ein.

Zurück zum Artikel. Ein weißer Fiat Uno soll am Unfall beteiligt gewesen sein. So berichten es Zeugen. So deuten Lackspuren, die am Unfallort gefunden worden sind, darauf hin. Die französische Polizei untersuchte deshalb die Besitzer von etwa 3000 Fiat Unos, doch »bis heute konnte weder der Wagen noch sein Besitzer gefunden werden«. Tja. Dann aber »verdichteten sich die Hinweise, dass das Auto dem französischen Fotojournalisten Jean Paul James Andanson gehört«. Aha. Doch die Polizei soll festgestellt haben, dass das gesuchte Fahrzeug »nicht mehr straßentauglich gewesen sein soll«. Also doch nicht? »Eine Infrarot-Analyse des Autolacks ergab allerdings, dass sein Fiat tatsächlich das gesuchte Fahrzeug sein könnte«. Also was jetzt? »Im Mai 2000 fand die Polizei Andansons Leiche in einem ausgebrannten BMW in einem Wald in Südfrankreich. Laut Polizei hatte er Selbstmord begangen«. Häh?

Man muss schon ordentlich weltfremd sein, sozusagen in einer Blase leben, um zu glauben, dass hier alles in bester Ordnung sei. Hört und sieht man sich abseits der ausgetretenen Pfade um, erfährt man, dass sich Fotojournalist Andanson in privaten Gesprächen gebrüstet haben soll, kurz nach dem Unfall im Tunnel Fotos gemacht zu haben. Offiziell hingegen behauptete er, zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in Paris gewesen zu sein. Es waren übrigens die Ermittlungen von Dodis Vater, die das gesuchte Fahrzeug – bereits neu lackiert – zum Vorschein brachten – die Polizei dürfte dazu scheinbar nicht in der Lage gewesen sein. Nur wenige Tage nach dem sich Andanson in seinem BMW irgendwo im Nirgendwo, ganz in der Nähe eines Militärstützpunktes, mit Benzin übergoss und flambierte – die Autoschlüssel wurden übrigens nie gefunden – interessierten sich maskierte Räuber für sein Fotoarchiv, das in der Presseagentur SIPA gelagert war. Zeugen berichteten, dass es die Verbrecher, die auch Geiseln nahmen, nicht gerade eilig hatten und offensichtlich davon ausgingen, dass die Polizei sie nicht stören würde. Mit anderen Worten, die Kerle, die Andansons Fotos einsackten, haben Verbindungen zum französischen Geheimdienst. Apropos. Noch bevor Lady Diana für Tod erklärte wurde, suchten bereits britische und französische Geheimdienstler in Agenturen nach Fotos, die im Tunnel gemacht wurden. Was mag wohl der Grund dafür gewesen sein? Könnte es sein, dass auf diesen Fotos etwas zu sehen ist, was der offiziellen Version widerspricht?

Sicherlich auch eine Erwähnung wert, dass Fahrer Henri Paul – sonst für die Sicherheit im Luxushotel Ritz verantwortlich –  auf der Lohnliste eines Geheimdienstes stand. Ich bezweifle übrigens, dass er sich damals betrunken ans Steuer setzte – der gesunde Menschenverstand schließt es aus. Die Blutprobe, die beweisen soll, dass Alkohol im Spiel war, scheint manipuliert zu sein. Über die Geschwindigkeit beim Anprall lässt sich keine gesicherte Aussage treffen; Unfallforscher Prof. Murray MacKay geht von etwa 100 km/h aus und meint, dass es sich um einen ernsten, aber nicht lebensbedrohenden Unfall gehandelt hätte. Die ersten Zeitungsmeldungen sprachen freilich von unglaublichen 190 km/h. Das damalige Narrativ – gegenwärtig nur um Nuancen verändert: »Stockbesoffener Fahrer, der wie ein Schwein rast, um die Paparazzi abzuhängen, verliert die Kontrolle und knallt mit 200 Sachen in die Mauer.« Über einen grellen Blitz, den Zeugen im Tunnel knapp vor dem Unfall gesehen haben wollen, weiß die Polizei nichts zu berichten.

Ein weiterer Zankapfel: Die Zeit, die es brauchte, bis Lady Diana im Spital eintraf: 1 Stunde und 40 Minuten. Die langsame Fahrt – ein Taxi benötigte für die Strecke in der Stoßzeit gerade einmal 11 Minuten – wird u.a. mit Rettungsmaßnahmen vor Ort und medizinischen Komplikationen wegerklärt. Das kann man glauben oder auch nicht. Das Spital wurde übrigens kurz nach der Einlieferung von Lady Diana von der Polizei „übernommen“. Das Sagen dort hatte ab diesem Zeitpunkt nur noch der Polizeipräfekt von Paris. Zwei französische forensische Pathologen behaupten übrigens, dass britische Behörden Druck ausübten, um bestimmte Aspekte der in Großbritannien durchgeführten Autopsie, zu verheimlichen.

Es gäbe noch eine Reihe offener Fragen, aber lassen wir es vorerst damit bewenden. Wer sich eingehender mit dem Sachverhalt beschäftigen möchte, ein gut gemachter britischer Dokumentarfilm zeigt die Verstrickung zwischen Presse – Behörde – Königshaus – Rüstungsindustrie – Kriegstreiber und so weiter und so fort: Unlawfull Killing: The Murder of Princess Diana. Auf youtube können Sie sicherlich fündig werden; eine mehrstündige und deshalb noch detailliertere Doku heißt Lady Die. Das soll aber nicht heißen, dass diese Dokus über jeden Zweifel erhaben sind. Sie sind nur weitere Puzzlestücke im Geflecht von Lug und Trug. Manches, was darin gesagt wird, mag stimmen, manches muss pure Spekulation bleiben. Am Ende sind wir, die gewöhnlichen Bürger, auf die Behörden angewiesen. Wenn diese korrupt sind, wenn diese nicht dem Volk, sondern einer Cabal dienen, werden wir niemals die Wahrheit erfahren. Von der freien und unabhängigen Presse, die nur noch Scheingefechte liefert, erwarten Sie besser nichts.

„Investigative“ Artikel, wie jener in der Kronen Zeitung, dienen vor allem dazu, die Leser bei Laune zu halten, aber nicht der Wahrheit nachzuspüren. Ansonsten müsste man sich fragen, wie es sein kann, dass dieser Unfall noch immer „zahlreiche ungelöste Rätsel“ aufgibt, obwohl seinerzeit ein ungeheuerlicher Aufwand betrieben wurde, um alle Fragen restlos zu beantworten (schlag nach bei 9/11, JFK, usw.). Wie einfach wäre es, würde man beispielsweise die Bilder der Überwachungskameras (CCTV) sehen können, die es bereits damal in Paris an allen Ecken und Enden gab. Ach ja, die haben seinerzeit nicht funktioniert, so heißt es. Oui, shit happens. Aber wehe, Sie würden sich darüber den Kopf zerbrechen und es zur Sprache bringen. Während man Ihnen den Alu-Hut reicht, fällt Ihnen ein, dass bereits 15 Jahre zuvor eine Prinzessin bei einem mysteriösen Autounfall ihr Leben ließ.

Ich hasste Hollywood. Es ist eine Stadt ohne Mitleid. Ich kenne keinen anderen Ort auf dieser Welt, wo so viele Menschen mit ihren Nerven am Ende sind, wo es so viele Alkoholiker, Neurotiker und so wenig happiness gibt. [meine Übersetzung:] I hated Hollywood. It’s a town without pity. I know of no other place in the world where so many people suffer from nervous breakdowns, where there are so many alcoholics, neurotics, and so much unhappiness.

Grace Kelly (imdb)

Habe ich Ihnen übrigens schon erzählt, dass es eine Theorie gibt, die besagt, dass Elvis Presley einen Zwillingsbruder hatte und sich die beiden ihr glamouröses Leben teilten? Bis der Körper des einen nicht mehr mitspielte. Ja, ist freilich nur blanke Theorie. Aber es würde das sonderbare Rätsel lösen, warum sich das Gerücht, Elvis sei noch am Leben, so hartnäckig hielt.

Und Marylin Monroes Selbstmord? Are you kidding me?

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5 Kommentare zu „Der Tod von Lady Diana und der sich seit 20 Jahren dumm stellende Journalismus“

    1. Ähnliches könnte man freilich auch über all die anderen sagen, sei es Jack Kennedy, Robert Kennedy, M.L. King, Michael Jackson, Ghandi und wie sie alle heißen.

      Für die Cabal sind charismatische und unbestechliche Führer mit einer großen Anhängerschaft eine ernsthafte Gefahr. Man stelle sich vor, Lady Diana hätte im Nahostkonflikt Stellung bezogen und versucht, eine friedliche Lösung zu finden.

      Das Begräbnis von Lady Diana sahen im TV etwa 2,5 Milliarden Menschen. Das ist eine sehr beachtliche Masse.

      Also für mich sind das gute Gründe. Ist freilich nur meine bescheidene Meinung.

  1. Es muss nicht immer ein Zwilling sein wie bei Elvis.
    😉

    Wo Du das Begräbnis ansprichst…..die beiden Prinzchen wirken auf langen Versionen von Original-Aufnahmen erstaunlich heiter und unbekümmert. Beinahe wie man es von modernen Crisis Actors kennt. Man könnte meinen, sie würden das Ganze nicht so richtig ernst nehmen. Wäre nicht das erste und einzige Mal, daß das dramatische Ableben einer „wichtigen Person“ nur ein act ist. Mit ein paar absichtlich hingeworfenen Brocken um die Verschwörungsleute beschäftigt zu halten.
    Da gibt es eine interessante Theorie um die erstaunlichen Ähnlichkeiten des aktuellen „Ehemanns“ von Elton John mit der ehemaligen Prinzessin. In Zeiten von beliebigen Geschlechtsumwandlungen und Korrektur-OPs würde mich das nicht sonderlich wundern.
    Prince wandelt ja auch seit dem Ende seines Charakters als seine eigene Schwester umher. Selbe Größe, gleiche Stimme, nur mit Perrücke, Sonnenbrille und Fatsuit. 😉

    1. Diese Theorien sind freilich nur noch für eingefleischte Skeptiker zu verdauen. Der gewöhnliche Bürger würde darüber nur noch den Kopf schütteln und meinen, diese Verschwörungstheoretiker hätten einen großen Vogel. Aber da ich weiß, was ich weiß, halte ich alles für möglich, nichts für unmöglich. Irgendwo, zwischen dem Absurden und dem Unwahrscheinlichen, versteckt sich die Lösung aka Wahrheit. Generell versuche ich Theorien, die dem gesunden Menschenverstand entgegenstehen, erst gar nicht ins ernsthafte Gespräch zu bringen. Gibt übrigens auch die Theorie, dass das Ableben von John F. Kennedy & Robert Kennedy nur ein „act“ war und die Kennedys im Hintergrund die Fäden ziehen bzw. gezogen haben.

      Die angenehme Seite bezüglich der Theorie eines „Acts“ ist ja, dass man dann versteht, warum so viele Leutchen aka „crisis actors“ skrupellos lügen und die Welt für Dumm verkaufen können. Weil, wenn niemand zu schaden kam, ist es schlicht und einfach nur ein inszeniertes Schauspiel. „And the Oscar goes to …“

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