richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Schwarzkopfs Versch(r)obenheiten

eine Seite vor, eine Seite zurückDer letzte Schliff, der vorletzte Blick hinein, in die Druckfahnen von Schwarzkopf. Die Kapitel und Subkapitelaufteilung gestern hinterfragt, herumgeschoben und zurückgelehnt. Wieder zurück zum Ausgang, ein wenig geschraubt. Hier. Da. Dort. Soweit zufrieden. Ein, vielleicht zwei leichte Hänger könnte man ausmachen, aber overall darf ich mit mir zufrieden sein. Morgen gehen die Druckfahnen zu Miss Verständnis. Ihr gestrenges Korrektorenauge wird die letzten Fehlerchen ausmerzen (oder heißt es ausmärzen, in Bezug auf den Vormärz?). Sollte sie aber stilistische Ungereimtheiten oder (fürchterlichst!) löchrichge Plotstellen finden, schieß ich mich ins Knie. Als Präsentationstermin würde mir der 16. Juni gefallen. Aber ob sich das ausgeht, sei dahingestellt. Na, man muss es ja nicht auf Biegen und Brechen erzwingen – das Buch wird mir ein Leben lang unter die Nase gehalten („Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?“), also ist eine gewisse Sorgfalt schon angebracht.

Gestern in Terry Pratchets „Gevatter Tod“ hineingeblättert (das Buch wurde mir von meiner ersten virtuellen Blog-Bekanntschaft Visara empfohlen, was bereits einige Jährchen her ist; vor ein paar Tagen haben wir uns in facebook verbunden; ja, da ist wahre Freundschaft im Spiel). Warum ich hineingeblättert habe? Weil ich mir ansehen wollte, wie es die Profi-Setzer machen. Die Typo im Taschenbuch des Piper Verlags ist entsetzlich. Kraut und Rüben werden da durcheinandergewürfelt. Unruhiges Gesamtbild. Einrückungen, wohin das Auge liest. Also, eines kann ich mit Bestimmtheit sagen: die „Qualität“ der Typo in diesem Taschenbuch erreich ich allemal, sogar mit der linken Hand. An den inneren Qualitäten, freilich, will ich mich nicht messen. Geschmäcker sind verschieden und werden immer verschieden sein (Vorsicht!  Wer sich als unbekannter Möchtegern-Autor in einem Atemzug mit sehr bekannten und geschätzten Autoren nennt, wird von der lesenden Literaturelite gnadenlos ausgepeitscht). Aber gute (oder wenigstens angenehm Augen schonende) Typo sollte jedermann schon ausmachen können. Deshalb freut es mich besonders, dass „flattersatz“ die Neuauflage von Rotkäppchen 2069 in seinem Blog aus.gelesen wie folgt beschreibt:

In dieser Ausgabe ist das Buch aufgewertet mit Cartoons von “Ecki”, für die das gleiche gilt: man mag sie oder eben auch nicht…. jedenfalls ist das Buch als Buch in seiner Aufmachung, seinen Layout, seiner Typographie ein liebevoll gestaltetes Schmuckstück. Das muss man sagen, es macht Spaß, das Werk in die Hand zu nehmen und einfach durchzublättern, an der einen oder anderen Stelle hängenzubleiben mit dem Auge, ganz so, wie es den Akteuren im Buch halt auch ab und an passiert…….

Dass das Geschriebene, also der Inhalt („gab es einen?“),  nicht seinen Geschmack findet, sei ihm hiermit „verziehen“. Ja, manchmal bin ich wahrlich gnädig. Aber man möchte bitteschön diese Gunst nicht überstrapazieren. Nächster!

update 25.05.09: natürlich musste ich wieder herumschieben; aber die Strukturierung scheint jetzt noch stringenter zu sein; was mich eine leere Seite kostete (bzw.: einbrachte); die Druckfahnen gestern Abend an Miss Verständnis abgeschickt. Jetzt heißt es warten.

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2 Antworten zu “Schwarzkopfs Versch(r)obenheiten

  1. flattersatz Samstag, 23 Mai, 2009 um 21:31

    Schon gut. Ich habe die Regeln jetzt begriffen, Massa…

  2. Richard K. Breuer Montag, 25 Mai, 2009 um 10:15

    …das freut mich jetzt aber, flattersatz.

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