richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Erdöl, Lebensmittel, Krebs und andere Wahrheiten

Keine Sorge. Ich werde Ihnen jetzt nicht die 3948. Verschwörungstheorie herunterbeten und Sie damit amüsieren.  Ich war vor Jahren ähnlich abgebrüht wie Sie heute und ich war damals davon überzeugt, die Welt und ihre Mechanismen zu verstehen. Auch wenn ich mich mit den näheren Umständen nicht beschäftigte. Es gab und gibt ein allgemeines Wissen in den Köpfen der meisten Menschen, das als Maßstab für richtig und wahr herangezogen wird. Aber wenn wir einmal von unserem hohen Ross heruntersteigen und uns kurz in die Nase zwicken *aua*, dann sollten wir doch bemerken, dass schon Generationen vor uns viele vermeintlich kluge Leute einem Irrtum aufgesessen sind. Nicht nur, dass sich einige wenige irrten, nein, es waren so viele, dass jeder, der diesen Irrtum erkannte oder zu erkennen glaubte mit unangenehmen Konsequenzen zu rechnen hatte. Ein Scheiterhaufen war schnell errichtet. Und der Signore der Inquisition konnte jedem abtrünnigem Wissenschaftler den Zahn ziehen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Heute, werden Sie sagen, ist alles anders. Wir sind aufgeklärt. Wir sind skeptisch. Wir sind kritisch. Wir haben die Medien. Wir haben eine Demokratie. Ach?

Ich dachte mir, früher, dass kluge Köpfe über die Welt nachdachten, über ihre Geistesblitze berichteten und etwaige wissenschaftliche Erkenntnisse zur Diskussion stellten. Aber je mehr man sich mit dem vergangenen Spektrum der Wissenschaft auseinandersetzt, desto mehr wird einem klar, dass man es hier nicht nur mit wissbegierigen, kritischen, skeptischen, infragestellenden, humanen Wissenschaftlern, sondern auch nur mit eifersüchtigen, ehrgeizigen, dummen, korrupten und eingebildeten Wissenschaftlern zu tun hat. Eine Professoren- oder Doktorswürde heißt noch lange nicht, dass der Träger damit auch Integrität und Selbstkritik mit auf den Weg bekommen hat. Wie in jedem Bereich, sei es in der Politik, Wissenschaft, Finanz- oder Ganovenwelt, gibt es Soziopathen und egozentrierte Persönlichkeiten, denen man nur soweit trauen dürfte wie man sie werfen kann. Dummerweise verstecken sich manche dieser perfiden Schurken hinter Worthülsen wie „Götter in Weiß“ oder „Universitätsdozent“, um sich damit im hellsten Lichte der Unschuld und Reinheit zu präsentieren.

Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Historie, überhaupt das gesellschaftliche Leben, müsste jederzeit in Frage gestellt werden dürfen. Man müsste Orte schaffen, an denen es erlaubt ist, frei seine Meinung zu äußeren und darüber mit anderen zu befinden. Es müsste möglich sein, dass Gelder für Forschungen bereitgestellt werden, die auf den ersten Blick vielleicht sinnlos scheinen, weil sie bestehende Axiome oder Wertvorstellungen in Frage stellen. Aber wenn wir uns nur jenen Forschungen zuwenden, die sich innerhalb vorgegebener Grenzen bewegen, dann entwickeln wir uns in die Breite, nicht in die Tiefe.

Bezüglich Erdöl bin ich ein Anhänger von Peakoil. Das heißt, ich gehe davon aus, dass Erdöl fossilen Ursprungs ist, sich also aus abgestorbenen Algen und toten Dinosauriern gebildet hat. Somit steht fest, dass alles Erdöl früher oder später aus der Erde gepumpt ist und wir mit leeren Händen dastehen. Peakoil spricht von einem möglichen Fördermaximum, das erreicht wird und von da an geht es mit der Fördermenge bergab. Das macht freilich Sinn. Wenn wir nur noch die Hälfte in einer Flasche haben, werden wir nicht mehr als die Hälfte herausbekommen. So sehr wir uns auch anstrengen. Jetzt gibt es die einen, die sagen, Peakoil ist Blödsinn, gleichzeitig aber der Meinung sind, dass Erdöl fossilen Ursprungs ist. Hm. Und dann gibt es jene kleine Gruppe, die behauptet, Erdöl sei gar nicht fossilen Ursprungs sondern abiotisch, eine Art von „Schmiermittel“, welcher in der Erde produziert wird. Okay, das hört sich ziemlich seltsam an und ich würde es ja nicht glauben wollen, aber wenn man sich ansieht, wie sich der weltweite Erdölverbrauch seit dem 1900 entwickelt hat, wenn man beobachtet, dass im hintersten Winkel dieser Erde irgendein stinkender Verbrennungsmotor betrieben und Kunststoffzeugs produziert bzw. weggeworfen wird, dann muss man sich ernsthaft die Frage stellen: Würden die Verantwortlichen ernsthaft diesen wichtigsten aller Rohstoffe für Nichtigkeiten wie Kunststoffsäckchen oder Plastikspielzeug hergeben, wenn sie wüssten, dass die Reserven nur noch für etwa dreißig oder fünfzig Jahre reichen? Bezüglich der Zahlen zu Fördermenge und Erdölreserven muss man freilich festhalten, dass diese von wenigen Mineralöl-Konzernen kommen und es eine enge Verbindung zwischen Erdölindustrie, Politik und Wissenschaft gibt (schlag nach bei den Rockefellers, die so freundlich sind, Geldmittel für die wichtigsten Universitäten bereitzustellen oder Dick Cheney, vormaliger US Vizepräsident und ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Halliburton, einem Konzern, der groß im Erdölförderbizness zu Hause ist). Kurz: ich habe keine Ahnung, ob Erdöl biotisch oder abiotisch ist, aber ich habe eine vage Ahnung von weitreichender Manipulation und tiefgehender Korruption und schließe damit nichts mehr aus. Das sollten Sie auch nicht. Gewiss, sich mit solchen »unlösbaren« Themen zu beschäftigen verursacht nur ein flaues Gefühl im Magen und löst weder Ihr Finanz- noch Ihr Gewichtsproblem.

Bezüglich des Themas Lebensmittel kann einem ganz schön schwindlig werden, wenn man sein neugieriges Näschen in die Machenschaften der Industrie steckt. Beinahe ist man versucht zu denken, manche Bizness-Leute scheren sich einen Dreck darum, welchen Dreck Ihre Kunden vorgesetzt bekommen. Es geht primär um Marketing, Werbung und freundliche Fachleute, die einem durch bezahlte Einschaltungen versichern, dass keinerlei Gesundheitsrisiko besteht, wenn es um industriell hergestellte Nahrung geht. Aha. Hierzu sehe man sich den Vortrag von Dr. Hans-Ulrich Grimm an. Ja, ich weiß, Dr. Grimm ist nicht sehr telegen, nicht sehr eloquent, aber dafür wirkt er mir sehr authentisch. Hat er recht, mit seinen Behauptungen? Sagen wir so: eine Industrie würde nie etwas zugeben, das ihren Umsatz schmälert. Asbest? Völlig unbedenklich, hieß es mal großspurig, obwohl bereits Untersuchungen vorlagen, die die Schädlichkeit von Asbest bestätigten.

youtube mit Dr. Hans-Ulrich Grimm

Oder hier der Zahnarzt Dr. Schnitzer, der Untersuchungen anstellte und zur Erkenntnis gelangte, dass Karies, aber auch Diabetes und Krebs vor allem durch falsche Ernährung herrührt. Hat er recht? Ich weiß es nicht. Aber interessant ist, dass die Ärzteschaft nicht sonderlich an seinen Erkenntnissen interessiert war und ist, sondern ihm gleich mal drohte, die Doktorswürde zu entziehen, wenn er nicht aufhörte, die Bürger zu »des-informieren«. Hm. Und wie wir wissen, keine Wirtschaftszweig (Pharma!) lässt sich gerne sagen, dass man Krankheiten ohne Einsatz von teuren Medikamenten und aufwändiger Apparatur heilen oder lindern kann. Wird man also jemals von den Verantwortlichen eine ehrliche Antwort erhalten? Ich bezweifle es.

youtube mit Dr. Schnitzer

Und dann gäb’s da auch noch einen Dr. Matthias Rath, der in die Mühlen der Pharma- und Chemie-Konzerne geriet und ordentlich durchgeschüttelt wurde. So sehr, dass er in diesem Wirtschaftsbereich die Wurzel einer weltweiten Verschwörung vermutet. Damit schießt er sich natürlich ins Knie, weil ein gewöhnlicher Bürger damit guten Gewissens seine Thesen verwerfen kann. Trotzdem, ich denke, man sollte seine Ausführungen und Überlegungen wenigstens einmal gehört haben, um sich eine Meinung zu bilden. Dass die Pharma- und Chemie-Industrie ähnlich korrupt wie die Finanz-Industrie ist, kann ich nicht bezeugen, gehe aber davon aus. Und das sollten Sie auch.

youtube mit Dr. Matthias Rath

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