richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Mai 1945: Der Sieg der Vermögensassekuranz über das Vaterland

Books_on_table

Man meine ja nicht, der Amerikaner liebe sein Vaterland, aber er habe ein Vaterland. Jeder Einzelne lebt und wirkt in dem republikanischen Verbande, weil dadurch und so lange dadurch sein Privatbesitz gesichert ist. Was wir Vaterland nennen, ist hier bloß eine Vermögensassekuranz.

Nikolaus Lenau in einem Brief, März 1833
entn.: Lenau’s Leben, Großentheils aus des Dichters eigenen Briefen von seinem Schwestermanne Anton X. Schurz. Erster Band. J. G. Cotta’scher Verlag, Stuttgart/Augsburg 1855, S. 206ff.

70 Jahre ist es bald her, das Ende des zweiten Dreißigjährigen Krieges. Die Zeitungen und Zeitschriften sind natürlich voll von Erzählungen und Rückblicken, von Gedanken und Erläuterungen, gehalten in einem vorwurfsvoll-nüchternen Ton, angereichert mit dem obligat erhobenen Zeigefinger: „Nie wieder!“.

Die Unfähigkeit kriegführender Mächte, einen dauerhaften Frieden zu schließen, scheint ein Charakteristikum unserer Zeit zu sein. Ein eklatantes Beispiel für die Tatsache, daß heute ein Friedensschluß mit einem ehemaligen Gegner schon fast nicht mehr möglich erscheint, bietet Deutschland: es hat im Mai 1945 kapituliert und wartet heute noch immer auf einen Friedensvertrag.

Hans von Hentig, Der Friedensschluss: Geist und Technik einer verlorenen Kunst, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1965, Über dieses Buch.

Es mag müßig sein, über ein „Was wäre wenn“ zu theoretisieren, weil die Dinge nun mal sind, wie sie gemacht wurden. Beeindruckend beängstigend ist es, wenn man sieht, hört und fühlt, dass der Mainstream nur eine Wahrheit kennt, nämlich die offizielle, d.h. die von oben verordnete. Meinungen und Überlegungen, die davon abweichen, werden ignoriert, lächerlich gemacht oder verurteilt. Scharf verurteilt. Weil: „Nie wieder!“.

Wenn ich  an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückdenke, erscheint sie mir in ein Licht getaucht, wie es die Sonne seither nie wieder gespendet hat. Dieser Glanz ging von einer unbeschwerten Jugend aus, und wir alle, die wir damals um die Zwanzig waren, hatten die feste Überzeugung, daß es immer so bleiben werde.

Luis Trenker, Sperrfort Rocca Alta, Verlag Josef Berg, München 1977, S. 9.

Wer hinter die Kulissen der von oben verordneten Illusion blicken möchte, ist angehalten, jede Publikation mit kritischem Blick zu begegnen. Es gilt dabei die Schuldvermutung, d.h., jede Veröffentlichung nach 1945 ist per se die Literatur der Verfechter und Gutheißer der Vermögensassekuranz. Ausnahmen bestätigen diese Regel. Kurz: Mind the gap!

Dieses Buch hat einen Indizienprozeß gegen Unbekannte geführt. Wir können nicht sagen, wer es war. Aber wir können sagen, dass es so, wie die Wissenschaftler rings um ‚Ötzi‘ vermuten oder behaupten, nicht war. Eine archäologische Sternstunde wurde arrangiert, die ‚Ötztal-Fälschung‘ ist offenkundig

Michael Heim u. Werner Nosko, Die Ötztal-Fälschung: Anatomie einer archäologischen Groteske, Rowohlt Verlag, Hamburg 1993, S. 197.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: