Das Leben ein Traum oder Wiener Surrealität im Zugabteil #Burgtheater

Vor wenigen Tagen war es, als ich träumte, in Wien Meidling in den Zug gestiegen zu sein. Einer der Waggone hatte noch Abteile, wie man sie heute nur noch selten sieht. Ich suche eines der Abteile auf und möchte es mir darin bequem machen. Ein junger Kerl, sein Gesicht mit FFP2 Maske bedeckt, sitzt gegenüber und sagt mir, ich müsse eine Maske aufsetzen. Mein Traum-Ich schaut ihn verwundert an und fragt ihn, was wohl nach der Wiener Stadtgrenze geschehe. „Wir sind aber noch in Wien“, zieht er eine hässliche Grimasse, die man freilich nicht sieht, nur ahnt. Mein Traum-Ich schüttelt den Kopf, findet das ganze Theater nur absurd und geht aus dem Abteil. Die Pointe dieses Traumes ist, dass der nächste Halt des Zuges Wiener Neustadt war. Mit anderen Worten, der Zug wäre wohl nur ein paar Minuten im Wiener Stadtgebiet gewesen, wo noch immer die FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Verkehr gilt. Die träumende Reise war damit aber noch nicht zu Ende. Mein Traum-Ich kommt mit dem Schaffner ins Gespräch und wie sich im Gespräch herausstellt, ist dieser ein Querdenker und Skeptiker, der die Schutzmaßnahmen in aller Breite und Tiefe infrage stellt und sich dabei alternativer Medienkanäle bedient.



Pedro de la Barca Caldéron verfasste übrigens um 1636 das Bühnenstück Das Leben ein Traum. Der Soldat, Offizier, Hofdichter und Domherr, ja ein Jesuitenzögling, setzte sich bereits damals mit den gegenwärtigen von oben verordneten C19-Schutzmaßnahmen auseinander. Sagt jedenfalls das Burgtheater:

„In einer Welt, die nicht wiederzuerkennen ist, findet er Halt an den alten Regeln. Ihre oberste lautet: die Entscheidung darüber, was normal, was wahr, schließlich was „wirklich“ ist, ist eine Machtfrage“.

Es gäbe freilich noch andere Interpretationsmöglichkeiten. Aber schön, dass das altehrwürdige Burgtheater die Hand listig zwickt, die sie überreichlich füttert.

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