Eine Grippewelle macht Geschichte #COVID-19

Als Schriftsteller ist man es gewohnt, mutterseelenallein im Elfenbeinturm beim Schreibtisch zu sitzen und all die vielen oder wenigen Gedanken und Inspirationen zu Papier zu bringen. Man befindet sich somit in einer freiwilligen Quarantäne – weil, wenn deine Muse dir einen Besuch abstattet, dann hast du gefälligst zu bleiben und alles zu tun, um ihr den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu machen. So ist das.

Die Zitate im Beitrag stammen von Epidemiologist Tom Jefferson, der dem Spiegel im Jahr 2009 reinen Wein bezüglich der Schweinegrippe-Pandemie einschenkte. Der Artikel A Whole Industry Is Waiting For A Pandemic ist ein must-read! Würde mich nicht wundern, wenn die Spiegel-Redaktion demnächst eine „Klarstellung“ hinzufügt, um einer „Verharmlosung“ der gegenwärtigen Zustände entgegenzutreten. Siehe beispielsweise Radio Eins, die die Virologin Dr. Mölling zwar zum Interview baten, aber enttäuscht waren, dass die em. Professorin den Angst-Hype nicht weiter schüren wollte.

Die von der WHO ausgerufene COVID-19 Pandemie hat nun dazu geführt, dass ein großer Bevölkerungsteil der westlichen Welt unter Quarantäne gestellt wurde. Ausgangssperren wurden und werden verhängt, Kontrollen durchgeführt und einschüchternde Prognosen prophezeit. Die globale, genauso wie die lokale Wirtschaft im Wachkoma und alle Welt fragt sich, wie es denn nun weitergehen würde.

Don’t you think there’s something noteworthy about the fact that the WHO has changed its definition of pandemic?

Ja, jetzt hamma den Pallawatsch beinand, wie man hier in Wien sagen würde. Sollte man sich eine Stadt aussuchen, wo man die Tage der bevorstehenden Apokalypse verbringen muss, dann ist Wien sicherlich die beste Wahl. Unsereins wurde der Hang zum Phlegmatischen in die Wiege gelegt: Hört man die Phrase „is eh scho alles wurscht!“, dann weiß man, dass die Menschheit die schlimmsten Horrorszenarien am Ende überstanden und überlebt hat. So haben meine Eltern noch als Kinder den Weltkrieg, den Zweiten, miterleben müssen, mit all den Hungersnöten und Ungewissheiten, mit all den jungen Brüdern, die nicht mehr nach Hause kommen sollten, mit Bombenhageln und dem Krachen von Maschinengewehren. Daran erinnert sich meine Muttern noch heute. Und hat Vater nicht sogar als Kind den „Führer“ auf der Ringstraße gesehen?

[t]here’s a lot of money involved, and influence, and careers, and entire institutions!

Zurück zur Gegenwart und zu COVID-19. Ich bin in den letzten Jahren in den Kaninchenbau hinabgestiegen und musste schmerzlich erfahren, dass die Welt ganz anders beschaffen ist als uns in der Schule eingetrichtert wurde und von den Medienkonzernen vor Augen geführt wird. Das Schlimmste ist freilich nicht die mediale Lüge oder Halbwahrheit, die ich zumeist mit einem Seufzen zur Kenntnis nehme, sondern dass der gewöhnliche Bürger nicht mehr in der Lage ist, einen kritisch-skeptischen Gedanken zu hegen, sozusagen unfähig ist, gegen den Mainstream-Strom zu schwimmen. Mit anderen Worten, die Aufklärung im Sinne Kants, der noch mahnte, dass man seinen eigenen Verstand benutzen solle, ist Geschichte. Der Bürger wurde wieder zum Leibeigenen, der nur noch tun darf, was ihm gesagt wird. Punktum.

Why, for example, do we not get influenza in the summertime? In the end, the pathogen is there all year long!

Würde man sich nüchtern mit der Pandemie COVID-19 beschäftigen, würde man feststellen, dass es bis dato keinen Unterschied gibt zwischen den alljährlichen Grippewellen und dieser „speziellen“ Krankheit, die grippeähnliche Symptome aufweist. Die Fachleute und Politiker gehen freilich vom Schlimmsten aus und fürchten, dass das Gesundheitssystem überlastet und überfordert werden könnte – analog in Italien und (neuerdings) Spanien. Dabei gilt aber zu beachten, dass Italien während einer Grippewelle generell eine höhere Sterblichkeit

[Y]ou have to distinguish between an influenza-like illness and a genuine flu, the real influenza. Both of them have the same symptoms.

Sieht man sich das Grippe-Monitoring in Europa und den USA an, stellt man erstaunt fest, dass hier von COVID-19 nur beiläufig gesprochen wird. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC ist gegenwärtig der Influenza Virustyp A(H1N1)pdm09 in den USA am weitesten verbreitet und hat den (ungefährlicheren) Typ B/Victoria abgelöst. In Europa ist lt. ECDC ebenfalls der Typ A(H1N1)pdm09 am häufigsten vertreten. Interessanterweise behandeln die beiden Behörden COVID-19 separat. Dabei verzichten sie auf die Bekanntgabe von faktischen Zahlen:

CDC: „The COVID-19 outbreak unfolding in the United States may affect healthcare seeking behavior which in turn would impact data from ILINet.“

ECDC: „The COVID-19 pandemic is rapidly evolving, and outbreak investigations are ongoing. ECDC is closely monitoring this outbreak, providing risk assessments, public health guidance, and advice on response activities to EU Member States and the EU Commission.“

The strict focus on influenza is not only misguided; it’s also dangerous.

Ihnen sollte auffallen, dass es sich bei Influenza immer um eine Pandemie handeln muss, da sich die selben Viren weltweit verteilen. Deshalb wurde Influenza in der Vergangenheit von der WHO nicht als Pandemie deklariert, da wir sonst jedes Jahr eine hätten. Aber dahingehend wurden die Kriterien vor ein paar Jahren geändert und nun kann bei einer Influenza der Generaldirektor der WHO entscheiden, ob es sich um eine Pandemie handelt oder nicht. Wenn Sie das jetzt nicht stutzig macht, dann weiß ich auch nicht. Wie Eingangs erwähnt sprach der Epidemiologist Tom Jefferson im Jahr 2009 mit dem Magazin Spiegel über die „Gefahren“ der Schweinegrippe. Man könnte vermutlich das Wort „Schweinegrippe“ durch „Corona-Virus“ ersetzen und es würde aktueller sein als alle jetzigen Medienberichte. Er sagt beispielsweise:

Sometimes you get the feeling that there is a whole industry almost waiting for a pandemic to occur.

Nun, vielleicht können Sie mir jetzt auf die Sprünge helfen. Bisher gibt es global gesehen keine geeichten und einheitlichen Tests bezüglich COVID-19. Die Symptome sind die gleichen wie bei echter Grippe bzw. grippeähnlichen Krankheiten. Die Unterschiede liegen – laut den Experten – darin, dass das „neue“ Grippevirus (jedes Jahr entstehen neue Viren) ansteckender und tödlicher sei als die bisherigen Grippetypen. Als Grundlage dienen dabei die von den chinesischen Behörden gemeldeten Daten an die WHO. Da der „Corona-Virus“ nun alle Medien beherrscht und die Menschen zum Ausflippen bringt, wird die „gewöhnliche“, aber ebenfalls gefährliche Influenza zur Seite geschoben. Am Ende bejubeln sich Politiker wie Experten, die Corona-„Epidemie“ eingedämmt zu haben, während auf der anderen Seite ältere Leute wie die Fliegen an der „gewöhnlichen“ Influenza sterben. Im Winter 2015/2016 waren es in Österreich gerade einmal 247 Menschen, die der gewöhnlichen Grippe bzw. einer grippeähnlichen Erkrankung zum Opfer fielen – aber bereist ein Jahr später waren es sage und schreibe 4.457 Menschen. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass diese erschreckend hohe Zahl dazu geführt hätte, dass Medienleuten und Politiker Hände ringend den Teufel an die Spitalswand gemalt hätten. Schon damals hätte unser Gesundheitssystem überfordert gewesen sein müssen (und war es vermutlich auch). Immerhin warnte die Wiener Zeitung in einem Artikel, die Grippe nicht zu unterschätzen!

Given all the viruses that produce flu-like symptoms, perhaps Robert Koch’s postulate that one particular pathogen causes one particular disease doesn’t go far enough.

In jener Zeit hatte ich übrigens meine einzige echte Grippe (abgesehen von einer halbseitigen Lungenentzündung) und schleppte mich deshalb zum Arzt, der mir achselzuckend Tee und Bettruhe verschrieb. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt eine echte Grippe nicht kannte, also immer nur verkühlt gewesen sein dürfte, glaubte ich, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Aber nach einer Woche ging es wieder bergauf und jetzt ist es nur noch eine vage Erinnerung.

Sieht man sich die gegenwärtig Verteilung der Influenza-Virustypen in Österreich an, so ergibt sich bei einer Anzahl von 1087 eingeschickten Proben die folgende Verteilung:

Quelle: https://www.virologie.meduniwien.ac.at

33 % – A(H1N1)pdm09
46 % – A(H3N21)
21 % – Influenza B

Bezüglich SARS-CoV-2 wurden bis zum Stichtag 19.3. 824 Proben untersucht und davon sind 20 als positiv getestet anzusehen. Seit dem 24.2. wird auf diesen neuen Virus getestet. Wie einfach oder schwierig und vor allem wie genau der Test ist, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Alles ein wenig nebulös.

It’s particularly unclear why the mortality rate for the flu dropped so dramatically after World War II. Today, you only get a fraction of what was standard before the war.

Sehen Sie, die Sache ist die: Der medial-politisch-gesellschaftliche Fokus wird auf diese „neue“ Influenza gelegt, der Rest ignoriert. Meine Eltern, die weit über 80 Jahre sind, wurden kürzlich beide mit Lungenentzündung in ein Wiener Spital eingeliefert. Sie dürften an einen der „gewöhnlichen“ Influenza-Viren erkrankt sein. Man stelle sich vor, sie wären auf Corona positiv getestet worden, die Medien hätten meine Familie auf die Bühne und ins Scheinwerferlicht gestellt. Aber da es nur Grippe ist, interessiert es kein Schwein. Das ist de facto die Tragödie – nämlich dass wir nur noch dorthin schauen, wo die medial-politischen Scheinwerfer hinleuchten. Alles andere bleibt im Dunkel.


Already in the 19th century, the German chemist and hygienist Max von Pettenkofer had developed a theory about how the pathogen’s contact with the environment can alter the disease. I think that research in this direction would be worthwhile.

Der angesprochene Max von Pettenkofer versuchte seine Theorie an einem Selbstexperiment zu beweisen. Der damals 74-jährige Hygienespezialist, der dafür sorgte, dass München im Ausgehenden 19. Jhds. eine Kanalisation erhielt und so die die schlimmsten Seuchen verhindern konnte, schluckte 1892 „einen Kubikzentimeter einer Cholera-Kultur“. Das hätte ihn eigentlich töten müssen. Das war freilich nicht der Fall. Pettenkofer ging davon aus, dass Seuchen und Epidemien nicht durch Erreger, sondern durch mangelnde Hygiene, stehende Abwässer, verschmutztes Trinkwasser und schlecht gewordene Lebensmittel ausgelöst werden würden. Da Pettenkofer dieses Experiment überlebte, findet der öffentlich-rechtliche Mainstream natürlich eine plausible Erklärung dafür:

„Das hätte ihn vermutlich das Leben gekostet, wenn er nicht als Kind bereits in Kontakt mit Choleraerregern gekommen wäre. Seine Beweisführung war unter diesen Bedingungen aber natürlich nicht wasserdicht.“

Stellen Sie sich vor, die althergebrachte Idee eines Robert Kochs, eines Louis Pasteurs, dass Viren und Bakterien für Krankheiten verantwortlich sind, gar nicht zutrifft, sondern vielmehr das „Terrain“, also die Umwelt? Die Pharmaindustrie und ein großer Teil der Forschungsabteilungen müssten den Laden dicht machen. Es hätte ungeahnte Folgen – weil plötzlich Politiker danach trachten würden müssen, Umwelteinflüsse (Mobilfunk! Smog! Stress! Trinkwasser! Zucker! Giftstoffe! usw.) zu minimieren. Aber das will freilich keiner, weil darunter die Wirtschaft leiden würde. Wirtschaft? Ach ja, die liegt momentan im Wachkoma.

Vielleicht wäre es an der Zeit, radikalere Lösungsansätze im Bereich der Virologie zu verfolgen und mal den Fokus auf die „Terrain“-Hypothese zu legen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und vielleicht findet sich ja ein Experte, der ein Kubikzentimenter Covid-19-Kulturen schlucken möchte.

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